13.03.2019 | Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung
Thomas Wachs

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat jetzt ein eigenes Konzept zum aktiven Klimaschutz. Es schlägt geeignete Schritte zunächst für zehn Jahre vor. Gute Beispiele gibt es bereits.

Bad Belzig. Für den Schutz des Klimas gibt es im Landkreis Potsdam-Mittelmark jetzt ein verbrieftes Konzept. Es gibt zunächst für zehn Jahre die Richtung vor, wie die Region den Herausforderungen des Klimawandels begegnen und die Energiewendebeflügeln will. Gut ein Jahr nach Beschluss im Kreistagliegt das rund 100 Seiten umfassenden Papier jetzt vor. Erarbeitet hat es Barbara Ral, die Klimaschutz-Managerin des Kreises, gemeinsam mit einem externen Büro für Umweltplanung sowie diversen Experten.
Gut 90.000 Euro lies sich der Landkreis das Konzept kosten. Er erhielt davon 65 Prozent gefördert über ein Bundesprogramm.

 

Im Dienst des guten Klimas
Barbara Ral, die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, ist zu erreichen über die Technologie und Gründerzentrum GmbH.
Kontakt unter 033841/65382 oder per E-Mail über barbara.ral@klimaschutz-pm.de

Jeden Mittwoch von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr ist sie im Neue Energien Forum Feldheim (Neff) ansprechbar und bietet dort Themenführungen durch das Informationszentrum an.Am 27. April findet dort ein Markt der Möglichkeiten statt. Diverse Akteure und Firmen stellen bei dem Tag der offenen Tür für die ganze Familie Projekte und Technologien zur Energiewende vor.„Die Klimaereignisse werden auch bei uns immer extremer, das hat der vorige Hitzesommer gezeigt“, sagt Barbara Ral: „Das kann man ignorieren oder bewusst sehen und entsprechend handeln. Wir müssen viel tun“.

Gute Beispiele schon vorhanden
Das Konzept listet im ersten Teil den aktuellen Zustand auf, analysiert das Potenzial und schlägt im zweiten Abschnitt 44 Maßnahmen vor, mit denen die Ziele des Klimaschutzes erreicht werden sollen. Dazu zählt es, den Ausstoß von Kohlendioxid drastisch zu reduzieren.Bis zum Jahr 2030 sollte er im Kreis auf 6,4 Tonnen pro Einwohner und Jahr gesenkt werden. Derzeit liegt er im Bundesdurchschnitt noch bei gut zwölf Tonnen.In dem Konzept listen die Experten auch auf, was im Landkreis schon erreicht wurde zum Klimaschutz. So werden zwischen Havel und Fläming heute bereits gut zehn Prozent mehr Strom aus alternativen Quellen erzeugt, als insgesamt verbraucht wird. „Dennoch dürfen wir uns darauf nicht ausruhen“, sagt Barbara Ral.

Energieverbrauch steigt weiter
Denn der Energieverbrauch steigt immer weiter. Dazu trage unter anderem die Zunahme von Elektrofahrzeugen bei. Angesichts immer heißerer Sommer wachse zudem die Anzahl von Klimaanlagen.„Künftig wird bei Bauprojekten das Thema Beschattung hier fast wichtiger als das Beheizen im Winter“, sagt die Klimaschützerin. Sie rät daher zum Beispiel zu Klimageräten, die über Solaranlagen mit Strom gespeist werden.

Fünf Modellprojekte zum Anfang
Vorgeschlagen werden im Konzept als Start fünf Modellprojekte, mit denen der Kreis seine Ziele erreichen möchte. So soll es ein Mobilitätsmanagement geben, um den Individualverkehr mit Hilfe von modernen Nahverkehrskonzepten zu reduzieren.Ein Baustein soll dabei die Nutzung überschüssiger erneuerbarer Energien für den Betrieb von Bussen der kreiseigenen Gesellschaft Regiobus sein. Versuche mit Wasserstoffantrieben sind geplant.

Direkte Vermarktung als ein Baustein
Fördern will das Konzept zudem Projekte zur direkten Vermarktung regionaler Produkte. Ein größerer Baustein soll zudem der Bau eines energieeffizienten Verwaltungsgebäudes sein. Vorgesehen ist ferner eine Klimaschutzagentur zur Beratung von Bürgern und Kommunen. Sie soll auch Akteure vernetzen und gute Beispiele kommunizieren.„Denn davon gibt es bereits einige“, erklärt Barbara Ral. Gerade auch in der Landwirtschaft. So betreibt Jürgen Frenzel in Hennigsdorf eine Biogasanlage mit Reststoffen. Bernd Schulze vermarktet in Brück-Glömnigk seine tierischen Produkte erfolgreich direkt.

Heumilch trägt dazu bei
„Vorreiter ist zudem Timo Wessels auf Damsdorf, der Heumilchproduziert und zur Trocknung des Heus Abwärme seiner Biogasanlage nutzt“, sagt Barbara Ral.Handlungsbedarf für neue Konzepte in der Landwirtschaft und auch in der Forst sieht sie auch, um der Häufung von Ernteausfällen durch Wetterextreme zu begegnen.

Kommunen meist interessiert
Die Kreis-Kommunen selbst sind nach Einschätzung der Klimaschutz-Managerin zu zwei Dritteln sehr interessiert am Thema Klimaschutz. „Problem ist oft jedoch die Finanzierung der nötigen Projekte. Selbst wenn diese gefördert werden, hängt es oft am fehlenden Eigenanteil“, erzählt Ral aus Erfahrung.Ein neuer Fonds im Budget des Kreises soll helfen, diese Hürde zu überwinden. „Manche Kommunen wollen Elektro-Ladesäulen jedoch nicht mal geschenkt haben“, berichtet Ral weiter.Als Vorreiter sieht die Managerin Städte wie Beelitz oder Treuenbrietzen oder auch die Gemeinde Schwielowsee. „Sie tun bereits einiges für den Klimawandel, indem sie beispielsweise eigene Koordinatoren zu dem Thema beschäftigen und Elektro-Tanksäulen aufbauen.

Nur gemeinsam zum Erfolg
Erfolge erzielen könne das Klimaschutzkonzept jedoch nur, wenn möglichst viele mitmachen. „Wir können Kommunen und Bürgern nur Angebote machen zur Energiewende, nutzen muss sie aber jeder selbst“, sagt die Klimaschutz-Managerin Barbara RalFür jedermann einsehbar ist das Klimaschutzkonzept des Landkreises hier.

Gesprächsrunden am Freitag
Vorgestellt wird es am morgigen Freitag auch im Technologie und Gründerzentrum (TGZ) in Bad Belzig. Dort startet eine Gesprächsrunde mit Kurzfilmen rund um Klimaschutz im Landkreis.„Die Veranstaltungsreihe dient an weiteren Freitagen dazu, laufende Projekte bekannter zu machen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen,“ sagt Barbara Ral.

Auftakt ist am Freitag, 15. März, von 15.15 bis 16.15 Uhr im Technologie- und Gründerzentrum in Bad Belzig.

 

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